Akkordeonorchester
RupertigauFreilassing · seit 1976

Über uns

Seit 1976 mit Herz und Balg

Ein Orchester aus Musikbegeisterten – ehrenamtlich, gemeinnützig und mit viel Spaß an der Sache.

Kurzchronik

Wie alles anfing

Eigentlich war es die Liebe zum Modellbau, die 1976 Erwin Lengdobler, begeisterter Akkordeonspieler, und Edwin Fial, Diplom-Lehrer für Akkordeon, Solo-Klarinettist, staatlich geprüfter Orchesterleiter und selbständiger Kaufmann, zusammenführte.

Die Folge war ein kleiner „Werbefeldzug“: Aus der Musiziergruppe wuchs ein zunächst kleines Orchester, das sich 1977 die erste Satzung gab und den regelmäßigen, intensiven Probenbetrieb aufnahm – zunächst im Nebenraum einer Gaststätte, dann im Jugendheim und später in der Hauptschule Freilassing.

Erfolge stellten sich schnell ein: sechs Auftritte bereits 1977, Spitzenplätze von Musiziergruppen bei Akkordeonmeisterschaften und 1980 der Kulturförderpreis der Stadt Freilassing sorgten für Auftrieb. Neue Instrumente wie Keyboards, elektronische Akkordeons, Schlagwerk und Gitarre kamen hinzu – nur so ließ sich das breite Repertoire von der Polka über Schlager, Filmmusik, Musicals, Solostücke und Akkordeon-Originalmusik bis zur Opern-Ouvertüre spielen.

Allein in den ersten gut 30 Jahren erarbeitete das Orchester rund 400 Stücke in etwa 1500 Proben und führte sie in den Jahreskonzerten und bei Sonderauftritten auf – vom Kurkonzert bis zur Kirchenmusik. Vereinsausflüge, Grillfeste, Weihnachtsfeiern und Faschingsveranstaltungen kamen dabei nie zu kurz.

Dass das alles Spaß macht, zeigt schon die Vereinsgeschichte: In 50 Jahren gab es nur drei erste Vorstände und mit Edwin Fial von Anfang an denselben Dirigenten. Alle Mitwirkenden arbeiten ehrenamtlich und tragen erhebliche Kosten selbst, etwa für Fahrten und Instrumente – praktisch alle Instrumente sind Privateigentum.

Reichtümer ließen sich so nicht ansammeln; teure Noten und fast konfiskatorische Aufführungsgebühren sorgen dafür. Umso mehr freuen wir uns über jedes aktive oder passive Mitglied und über Förderer, die die gemeinnützige Arbeit des Vereins unterstützen. Sprechen Sie uns an.

Meilensteine

  1. 1976Gründung in Freilassing
  2. 1977Erste Satzung und erstes Konzert: „Musik zum Advent“
  3. 1980Kulturförderpreis der Stadt Freilassing
  4. 1986Jubiläumskonzert zum 10-jährigen Bestehen
  5. 199620 Jahre: Festliche Kirchenmusik und Jubiläumskonzerte
  6. 2001„25 Jahre… na und?!“
  7. 2006Jubiläumskonzert 30 Jahre
  8. 2026„50 Jahre… na und?!“

Alle Konzerte im Archiv →

Repertoire

Fast jedes Genre ist mit dem Akkordeon spielbar

Von Klassik bis Rock: Im Orchester ergänzen Elektronium, Keyboards, Bass, Gitarre und Schlagwerk die Akkordeons. Das macht eine Vielfalt möglich, die viele dem Instrument gar nicht zutrauen.

Klassik

Durch die Orchesterbesetzung ist es möglich, klassische Werke wie „Die Moldau“ von Smetana, Tschaikowskys „Capriccio Italien“ oder die Ouvertüre zur „Zauberflöte“ ungekürzt und in Originalfassung wiederzugeben. Die Akkordeons übernehmen dabei das Klangvolumen der Geigen, Elektronium und Keyboards mit ihren Klangfarben die Bläserstimmen und weitere Instrumente. Intonationsschwierigkeiten, mit denen klassische Orchester manchmal zu kämpfen haben, sind bei uns ausgeschlossen.

Musicals

Musical-Medleys sind ein Muss in unseren Konzertprogrammen. Da es dafür nur wenige Noten für Akkordeonorchester gibt, spielen wir oft Arrangements unseres Dirigenten Edwin Fial – etwa aus „Cats“, „Das Phantom der Oper“, „Joseph“, „Jesus Christ Superstar“ oder „Evita“. Weil Rhythmus, Tempo und Ausdruck ständig wechseln, müssen die Übergänge eingehend geprobt werden.

Unterhaltungsmusik

Hier reicht die Bandbreite von Swing bis Pop, von Märschen, Tangos und Rock ’n’ Roll bis zur Volksmusik aus anderen Ländern. So verschieden die Vorlieben unserer Zuhörer sind, so abwechslungsreich soll auch das Musikerlebnis in unseren Konzerten sein – und die Stilunterschiede sind zugleich eine große Herausforderung.

Originalmusik für Akkordeonorchester

Weil passende Bearbeitungen fehlten, haben viele Dirigenten von Akkordeonorchestern eigene Werke komponiert. Meist sind diese modern und schöpfen die Möglichkeiten des Akkordeons voll aus. Nicht immer leicht anzuhören, weil ungewohnt – aber ein fester Bestandteil unserer Programme. Wir wollen unsere Zuhörer ja nicht unterfordern!

Eigenkompositionen

Mit Edwin Fial steht dem Orchester ein Profimusiker mit Abschluss am Mozarteum zur Verfügung. Er hat eine Reihe von Stücken speziell für das Orchester geschrieben, etwa „Music Man Dream“, „Für Anita und Claudia“, „Music Inspiration“ oder „Zungenspitzen“. Da er die Möglichkeiten des Orchesters genau kennt, fordert er es oft aufs Äußerste.

Kirchenmusik

Selbst für Kirchenmusik ist das Akkordeon ein geeignetes Instrument. Eine Reihe von Hochzeiten und Gottesdiensten hat das Orchester bereits gestaltet – mit festlichen Stücken alter Meister wie Bach, Torelli, Mozart oder Händel. Ein Höhepunkt ist das Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur mit Edwin Fial als Solisten.

Porträts

Köpfe des Vereins

Porträt Edwin Fial, 2026Porträt Edwin Fial, älteres Foto

Edwin Fial

Orchesterleiter seit 1976 · 2. Vorstand

Musikalischer Leiter ist seit Bestehen des Orchesters Edwin Fial. Der staatlich anerkannte Musiklehrer und ehemalige Solo-Klarinettist schafft es jedes Jahr aufs Neue, ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen und zum Teil selbst zu arrangieren.

Mit viel Verständnis für seine Musiker, aber auch einem Schuss Hartnäckigkeit bringt er das Orchester für die Jahreskonzerte auf Touren. Er setzt seinen ganzen Ehrgeiz ein, um durch möglichst genaues und ausdrucksstarkes Spiel die gesamte Bandbreite des Akkordeons und der Begleitinstrumente zu Gehör zu bringen.

Porträt Walter Gruber, 2026Porträt Walter Gruber, älteres Foto

Walter Gruber

1. Vorstand seit 1999 · Sprecher

Ebenfalls ein Mann der ersten Stunde ist Walter Gruber. Seine Mitgliedschaft im Orchester weist eine beispiellose Karriere auf: vom Jugend- über den Notenwart zum 1. Vorstand! Er gehört zu den zuverlässigsten Probenbesuchern und bewältigt die 4. Stimme mit für jedermann sichtbarer Hingabe.

Ob bei legendären Spanferkel-Grillfesten auf seinem wildromantischen Moorgrundstück, beim kraftvollen Bühnenaufbau oder im feinfühligen Umgang mit unseren Orchesterdamen – wo immer es etwas zu organisieren oder anzupacken gilt, auf ihn ist stets Verlass.

Porträt Erwin Lengdobler

Erwin Lengdobler  (verstorben)

Gründer · 1. Vorstand 1976–1987 · 3. Vorstand 1987–2025

Seiner Musikbegeisterung und seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass es unser Orchester überhaupt gibt. Es waren viele Hindernisse zu überwinden, ehe sich der Verein 1976 zusammenfand: Zunächst musste man eine Schar Akkordeonisten auftreiben, einen Dirigenten finden, ein Probenlokal ausfindig machen und die Stadt Freilassing als Unterstützer gewinnen.

All das gelang Erwin Lengdobler, der dem Verein bis 1987 als 1. Vorstand und anschließend bis 2025 als 3. Vorstand zur Verfügung stand und zahlreiche Aufgaben übernahm. „So ganz nebenbei“ war er auch noch unser Konzertmeister.

Im Jahr 2025 ist Erwin Lengdobler von uns gegangen. Was er 1976 ins Leben gerufen hat, klingt in jedem unserer Konzerte weiter. Wir sind ihm von Herzen dankbar und werden ihn nie vergessen.

Porträt Günther Kessler, 2026Porträt Günther Kessler, älteres Foto

Günther Kessler

Spieler der ersten Stunde · 1. Vorstand 1987–1999

Von Anfang an als Spieler aktiv, war Günther Kessler von 1987 bis 1999 auch 1. Vorstand des Orchesters. Wichtig für ihn waren und sind vor allem der menschliche Umgang und der Zusammenhalt unter den Aktiven. Deshalb werden Entscheidungen nicht einfach von oben gefällt, sondern entstehen nach reiflicher Diskussion aller Mitglieder, die sie dann mit viel Engagement umsetzen.

Eine zusätzliche Verstärkung für den Verein sind viele passive Unterstützer: Eltern, Verwandte, Freunde und Partner. Sie tragen zu einem abwechslungsreichen Vereinsleben bei, in dem zwar die Musik im Vordergrund steht, Spaß und Geselligkeit aber nicht zu kurz kommen.

Porträt Alfred Kneidl

Alfred Kneidl  (verstorben)

Schriftführer 1976–2002

Alfred Kneidl, unser langjähriger Schriftführer, Sprecher, Ansager, Dichter und Gstanzl-Sänger, hat uns als zweiter Aktiver nach Hans Langgartner für immer verlassen. Seine Ideen und sein Engagement haben unseren Verein bereichert; nach seinem Weggang sind wir ein Stück ärmer geworden.

In seinem Sohn Gerald, der das Orchester bis heute mit Arrangements und Filmen bereichert, lebt Alfred Kneidl weiter.